Problemland Ukraine wieder außen vor: Pipeline-Projekt „South Stream“ nimmt Gestalt an

15. Juni 2017
Problemland Ukraine wieder außen vor: Pipeline-Projekt „South Stream“ nimmt Gestalt an
Wirtschaft
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Moskau/Wien. Europa steht ein weiterer politisch brisanter Energie-Deal mit Rußland ins Haus. Und die Ukraine, die sich in der Vergangenheit immer wieder als unsicheres Durchgangsland erwiesen hat, wird dabei ein weiteres Mal umgangen.

Es geht um eine Neuauflage des Pipeline-Projekts „South Stream“, das 2014 von Bulgarien auf Druck der EU begraben wurde. Auch die USA sollen massiv auf das Ende des Projekts gedrängt haben. Die Leitung hätte auf dem Grund des Schwarzen Meeres vom südrussischen Anapa nach Warna führen und 63 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Europa pumpen sollen. Das entspricht fast dem Zehnfachen des österreichischen Gasverbrauchs.

Nach dem Aus von South Stream sprang die Türkei ein: seit Frühjahr werden nun die Röhren von Anapal in Richtung Kiyikpy im europäischen Teil der Türkei verlegt. Ab 2019 sollen dann rund 16 Milliarden Kubikmeter bis zum Hub Luleburgaz gepumpt werden. In weiterer Folge sollen Pipelines auch Europa mit Gas beliefern.

In einem zweiten Schritt ist die Verdoppelung der Kapazitäten von Turk Stream angedacht. Hier will der österreichische Energieversorger OMV einsteigen. Das Gas soll über den Ausbau der Leitungskapazitäten in Bulgarien, Serbien und Ungarn in Richtung Österreich zum Verteilerknoten Baumgarten strömen. Gazprom ist dem Vernehmen nach bereit, das Gas der OMV zu verkaufen, die damit größter Nutznießer der reanimierten South-Stream-Pläne wäre.

Offiziell gilt für das Projekt noch die höchste Geheimhaltungsstufe. Denn auch Italien ist bestrebt, sich über die Trans-Adria-Pipeline mit russischem Gas zu versorgen. Es gibt aber Anzeichen, daß sich die OMV durchsetzt. Nach außen hin bestätigt wird lediglich eine mögliche Zusammenarbeit „zur Entwicklung einer Gastransportinfrastruktur, die für Erdgaslieferungen nach Zentral- und Südosteuropa erforderlich ist“.

Weitere der in Frage kommenden Transitländer machen sich mittlerweile für South Stream stark. Ungarn und Serbien würden sich für das Projekt bei der EU-Kommission einsetzen, erklärte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto kürzlich. (mü)

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