Wegen Schlepper-Kontakten: Libyen will „Hilfsorganisationen“ aus seinen Gewässern entfernen

12. Juni 2017
Wegen Schlepper-Kontakten: Libyen will „Hilfsorganisationen“ aus seinen Gewässern entfernen
International
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Tripolis/Rom. Die sogenannten „Nichtregierungsorganisationen“, die seit Monaten systematisch vor der libyschen Küste Illegale aufnehmen und nach Italien bringen, geraten immer mehr in die Kritik. Jetzt machen auch die lbyschen Behörden gegen die NGO´s Front, die mit ihren Schiffen inzwischen bis direkt vor die libysche Küste fahren, um dort „Flüchtlinge“ an Bord zu nehmen. Am Samstag ordnete die Marine an, daß sich sämtliche „Rettungsschiffe“ aus libyschen Gewässern entfernen sollten. Die Hilfsorganisationen werden beschuldigt, direkte Kontakte mit Schleppern zu haben.

Diesen Vorwurf hatte im März unter anderem der österreichische Außenminister Kurz (ÖVP) erhoben, der damals erklärte: „Es gibt NGOs, die gute Arbeit leisten, aber auch viele, die Partner der Schlepper sind.“

Von den Angesprochenen kam jäher Widerspruch. Die Organisation „Menschen ohne Grenzen“ erklärte, die Rettungseinsätze erfolgten lediglich unter Aufsicht der italienischen Küstenwache.

Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sollen sich derzeit zwischen 700.000 und einer Million „Flüchtlinge“, überwiegend aus Syrien, Ägypten, Niger, Sudan und Mali, in Libyen aufhalten. Von Libyen aus gelangt derzeit der größte Teil der Flüchtlinge aus Afrika über das Mittelmeer nach Europa. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres kamen mehr als 60.000 Flüchtlinge über Libyen nach Europa – 26 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. (mü)

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