Französische Parlamentswahlen: Marine Le Pen schafft im eigenen Wahlkreis 46,02 Prozent

12. Juni 2017
Französische Parlamentswahlen: Marine Le Pen schafft im eigenen Wahlkreis 46,02 Prozent
International
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Paris. Unabhängig von dem eher schwachen landesweiten Ergebnis des Front National, der im ersten Durchgang der französischen Parlamentswahlen nur auf 14 Prozent kam, konnte sich Parteichefin Marine Le Pen in ihrem nordfranzösischen Wahlkreis Hénin-Beaumont im Departement Pas-de-Calais deutlich durchsetzen und qualifizierte sich damit für die zweite Runde. Le Pen, die vor wenigen Wochen erst bei der Präsidentschaftswahl einen beachtlichen Einzug in den zweiten Wahlgang geschafft hatte, kam auf 19.997 Stimmen, das sind stattliche 46,02 Prozent. Das teilt das Innenministerium auf seiner Internetseite mit.

In der zweiten Runde wird Marine Le Pen nun gegen die Kandidatin Anne Roquet der Partei La République en Marche antreten müssen, die dort auf 16,43 Prozent der Stimmen kam. Le Pen hatte am Morgen ihre Stimme in Hénin-Beaumont im Département Pas-de-Calais abgegeben.

Innenminister Collomb teilte inzwischen auch mit, daß die Wahlbeteiligung beim ersten Durchgang einen neuen Tiefstand erreicht hat – gerade einmal 48,7 Prozent der Wähler gaben ihre Stimme ab. Der Minister sprach von einer „bedenklichen Lektion“ für die „Vertreter der politischen KIasse“. (mü)

Ein Kommentar

  1. Bernd Sydow schreibt:

    Ich gebe zu, daß ich ein deutlich besseres Ergebnis für den patriotischen Front National erhofft und auch erwartet habe, da ich annahm, daß die Wähler – von „den Franzosen“ zu sprechen verbietet sich angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung – Wert auf eine starke nationale Opposition im Parlament legen. Aber das war offenkundig eine Fehleinschätzung. Die Wähler wollen vielmehr eine starke parlamentarische Kraft für Macron, damit er um so besser seine im Wahlkampf versprochenen Reformen für ein „neues Frankreich“ umsetzen kann. Die Opposition wird sich – wie schon in der Vergangenheit – größtenteils auf der Straße bemerkbar machen.

    Daß das französische Mehrheitswahlrecht im Gegensatz zum deutschen Verhältniswahlrecht unredlich ist, weil es die Stimmen eines nennenswerten Teils der Wähler bei den Prozentwerten der Parteien nicht berücksichtigt, habe ich bereits des öfteren kritisiert. Hinzu kommt, daß es in Frankreich blöderweise keine Briefwahl gibt, was sich insbesondere bei schönem Ausflugswetter – wie diesmal – negativ auf die Wahlbeteiligung auswirkt.

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