Ostausschuß der deutschen Wirtschaft: Russische Wirtschaft in vielen Bereich ineffizient

8. Juni 2017
Ostausschuß der deutschen Wirtschaft: Russische Wirtschaft in vielen Bereich ineffizient
Wirtschaft
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Berlin. Ein durchwachsenes Zeugnis stellt die „Kontaktstelle Mittelstand“ im Ost-Ausschuß der deutschen Wirtschaft der Leistungsfähigkeit der russischen Wirtschaft und ihres Personals aus. Das geht aus einem aktuellen Rundschreiben von Kontaktstellen-Leiter Jens Böhlmann hervor.

Demnach liegt Rußland in puncto Arbeitsproduktivität unter den Ländern der OECD nur auf 32 von 35 Plätzen. Auch die Effizienz der russischen Betriebe liegt nur bei etwa einem Viertel der Effizienz der Spitzennationen.

Für die „Kontaktstelle Mittelstand“ liegt eine der Ursachen an diesem Mißstand im hohen Staatsanteil der russischen Wirtschaft. Er liegt bei weit über 50 Prozent und ist in den zurückliegenden Jahren der Krise noch größer geworden. Damit geht in der Regel ein noch aus Sowjetzeiten überkommener wenig flexibler und hierarchischer Führungsstil der Betriebe einher, der die Eigeninitiative von Mitarbeitern eher bestraft als fördert.

„Effizienz als Verhältnis zwischen Einsatz und Ertrag spielt unter diesen Umständen nicht immer die entscheidende Rolle. Oft wird Qualität mit mehr Quantität erreicht“, schreibt Böhlmann.

Defizitär seien in der russischen Wirtschaft häufig auch die Mitarbeiter-Ausbildung sowie der Gesamtbereich Forschung und Entwicklung. In Rußland sind die FuE-Ausgaben deutlich niedriger als in den führenden Industriestaaten. Rußland gibt nur etwas über ein Prozent des Bruttosozialprodukts für Forschung und Entwicklung aus. Länder wie die Schweiz, Finnland, Dänemark, die USA, Japan und Deutschland liegen beim Drei- bis Vierfachen.

Fortschritte seien künftig von einer Digitalisierungsinitiative für russische Unternehmen und Institutionen zu erwarten, die erst kürzlich auf dem Petersburger Wirtschaftsforum auf Initiative des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft vereinbart wurde. Dabei sollen über eine gemeinsame Plattform der Austausch von Know-how organisiert und Kooperationen zwischen deutschen und russischen Unternehmen und Institutionen gefördert werden. Dafür ist der Aufbau eines Demonstrationszentrums der deutschen Wirtschaft für Digitalisierungslösungen in Rußland vorgesehen. Von der Initiative könnten beide Seiten nur profitieren, schreibt Kontaktstellen-Chef Böhlmann.

Die Kontaktstelle Mittelstand ist eine Initiative zur Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Sie nahm im Mai 2013 ihre Arbeit auf. (mü)

3 Comments

  1. Fackelträger schreibt:

    Und was soll an diesem „durchwachsenen Zeugnis“ nun schlecht sein?!?

    Putin ist doch nicht dumm. Russland besitzt sehr viele geringqualifizierte Arbeitskräfte. Anstatt ihnen ein „Hartz IV“ zu zahlen, verwendet er sie alle in seiner Wirtschaft nach ihren Fähigkeiten und hebt damit auch deren Selbstbewusstsein. Volksabgehobenen Oligarchen hat Putin ihre Betriebe abgenommen und verstaatlicht. Das Volk ist nämlich nicht für die Wirtschaft da, sondern die Wirtschaft für das Volk! Privatwirtschaft gibt es trotzdem noch zuhauf und das ist gut so.

    Deutschland ist Deutschland und Russland ist eben Russland.
    Was macht sich die deutsche Wirtschaft überflüssige Sorgen über Russland? Sie sollte sich lieber Sorgen um Deutschland machen und ob dieses in 5 bis 10 Jahren überhaupt noch das Land der Deutschen sein wird und damit diesen Namen noch verdient.
    Bei Russland bin ich mir einigermaßen sicher, dass dieses auch in 100 Jahren noch bestehen wird.

  2. Jennifer Lohr schreibt:

    Was heißt „effizient“? Je mehr Burn-Out-Opfer desto besser?

  3. Jason Klingor schreibt:

    Manfred Julius Müller schlägt auf seinen zahlreichen Internetauftritten und Buchveröffentlichungen eine Lohnkostenreform nach finnischem (oder auch japanischem) Vorbild vor – das skandinavische Steuer-Modell!
    Entlastung des Faktors Arbeit durch eine Senkung der Sozialabgaben als Lohnnebenkosten, Umfinanzierung des Sozialstaates über die Mehrwertsteuer – durch den auftretenden protektionistischen Effekt, da deutsche Arbeit und Produkte verbilligt werden und ausländische Importe relativ verteuert, werden das globalistische Lohn- und Sozialdumpingsystem mit seiner durch den Zollabbau erzwungenen Standortkonkurrenz beendet. Die Erpressungsmöglichkeit der Unternehmer ist vorüber, deutsche Betriebe und Produkte sind auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig. Dennoch aber steigen die Preise für deutsche Produkte zumindest nicht stark, da das Geld ja wieder an produzierende Unternehmer und Beschäftige über die Senkung der Sozialabgaben als Lohnnebenkosten zurückgegeben wird!
    Dies wurde schon erfolgreich von der Merkel Regierung der grossen Koalition 2005 bis 2009 mit der 2005 beschlossenen Mehrwertsteuererhöhung auf 19%, welche 2007 in Kraft trat, bei gleichzeitiger Senkung der Lohnnebenkosten durchgeführt! (in Skandinavien meist 25% Mehrwertsteuer).

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