US-Verteidigungsnachrichtendienst: Die USA sind nicht mehr die einzige Supermacht

27. Mai 2017
US-Verteidigungsnachrichtendienst: Die USA sind nicht mehr die einzige Supermacht
International
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Washington. Der US-Verteidigungsnachrichtendienst (DIA) ist alarmiert: Rußland und China sind nach Einschätzung der Experten auf dem besten Wege, den USA in Sachen Supermacht-Status Konkurrenz zu machen. Das schreibt DIA-Chef Marine-Generalleutnant Vincent Stewart in einem aktuellen Sicherheitsbericht an das Senatskomitee für Militärangelegenheiten.

Demnach haben die potentiellen Konkurrenten der USA in den zurückliegenden Jahren die US-Kriegführung eingehend studiert und ein  Potential für die Schwächung oder gar Herausforderung der US-Militärdominanz entwickelt, und zwar in der Luft, auf dem Boden, auf dem Wasser, im Weltall und im Cyber-Bereich.

Wörtlich schreibt Stewart: „Sie werden sich aller diplomatischen, wirtschaftlichen und politischen Methoden sowie anderer verdeckter Mechanismen des Einflusses und Drucks bedienen, um ihre regionale Agenda durchzusetzen – mit einer impliziten oder tatsächlichen Anwendung militärischer Gewalt.“

Konkret hätten vor allem Rußland und China das Potential für eine ernstzunehmende Projektion militärischer Macht. Stewart: „Moskau betrachtet militärische Macht als eine kritisch wichtige Grundlage für das Erreichen strategischer Ziele und hat erhebliche Ressourcen in die Modernisierung seine Kräfte gesteckt.“

Ähnliches gilt auch für China: „Die chinesischen Führer suchen nach Wegen, die wachsende militärische, diplomatische und wirtschaftliche Position Chinas zu nutzen, um den internationalen Einfluß des Landes voranzutreiben“, schreibt Stewart. Dabei sei China ebenso wie Rußland bestrebt, auch außerhalb des chinesischen Festlandes operieren zu können und an internationalem Einfluß zu gewinnen.

Stewarts Resümee klingt ernüchternd. Die international Lage habe sich dahingehend verändert, daß die USA nicht mehr als „einzige Supermacht“ dastünden. Vielmehr könnten „ausländische Streitkräfte  ein nahezu gleiches oder in einigen Bereichen sogar vergleichbares Potential entfalten“, stellt der General fest. (mü)

 

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2 Comments

  1. Fackelträger schreibt:

    In diese (unausweichliche?) großmachtpolitische Auseinandersetzung dürfen wir Deutschen uns keinesfalls hineinziehen lassen!!!
    Keine dieser Mächte ist unser „Freund“! Im deutschen Interesse liegt nur die unbedingte Neutralität.

  2. Bernd Sydow schreibt:

    Wann ist denn ein Staat eine „Supermacht“? Meines Erachtens wenn er bezüglich Effizienz und Effektivität seiner Waffen anderen Staaten überlegen ist. Hierbei können diese Eigenschaften durchaus einen Mangel an Quantität kompensieren. Und gerade bei der Modernität der Waffen haben Rußland und China deutlich aufgeholt.

    Was Rußland anbelangt, ist dies angesichts der Einkreisungsstrategie der USA-dominierten NATO auch nicht verwunderlich. Erst unlängst verkündete Putin, daß kein Staat der Welt der russischen Streitmacht überlegen ist. Bei China geht es dagegen um eine angestrebte weltwirtschaftliche Dominanz und deren zukünftige militärische Absicherung.

    Aber was heißt es heutzutage schon, „Supermacht“ zu sein, wenn ein militärisch schwächerer Gegner (wie zum Beispiel Nordkorea) in der Lage ist, mit gezielten Cyber-Attacken die Computersysteme der strategischen Waffen einer „Supermacht“ außer Funktion zu setzen, und mit der Drohung, im Kriegsfall atomare Langstreckenraketen zu starten, selbige zum Nicht-Handeln zwingt.

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