Studie: 27 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger sind Ausländer


Was anfangs geleugnet wurde, wird nun auch aus offiziellen Zahlen ersichtlich: Der Zustrom von Asylbewerbern wird die deutschen Sozialsysteme vor eine immense Belastungsprobe stellen. In den letzten fünf Jahren sind mindestens drei Millionen Menschen in die Bundesrepublik Deutschland eingewandert, 9,5 Millionen – elf bis zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung – haben inzwischen eine ausländische Staatsbürgerschaft. Hinzu treten rund zehn bis fünfzehn Millionen sogenannte Paßdeutsche mit Migrationshintergrund. „Die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts wird zunehmend von Migration bestimmt“, stellt die Bundesagentur für Arbeit in einer aktuellen Studie fest.

Während die Arbeitslosenquote europäischer Ausländer nur geringfügig über der von Deutschen liegt, bereiten insbesondere Migranten aus „nichteuropäischen Asylherkunftsländern“ Probleme. „Die größte Herausforderung der Flüchtlingskrise ist sicherlich die Arbeitsmarktintegration“, gibt Panu Poutvaara, Professor am Ifo-Institut, zu. Große Probleme bereiten neben fehlenden Qualifikationen oder Nachweisen auch nicht vorhandene Deutschkenntnisse. Spitze der Arbeitslosenrate stellen dabei Syrer, welche eine Hartz-IV-Quote von 75 Prozent aufweisen. Ähnliche Quoten erreichen Iraker und Schwarzafrikaner, obwohl Asylbewerber, die in Sammelunterkünften wohnen, noch gar nicht eingerechnet sind. Inzwischen sind 27 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger Ausländer, vor sechs Jahren waren es erst 19 Prozent.

Die Kosten der Kommunen für Sozialleistungen betragen inzwischen fast 60 Milliarden Euro jährlich, zehn Milliarden mehr als vor der Asylkrise. „Wenn man die üblichen Steigerungsraten von vier Prozent jährlich zugrunde legt, ist ein flüchtlingsbedingter Anstieg in Milliardenhöhe realistisch“, rechnet Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, vor. Dazu kommen auch noch Ausgaben für Unterkünfte, Schulungsmaßnahmen und ähnliches.

Das Münchner Ifo-Institut beziffert die direkten Mehrausgaben der Krise für Deutschland allein in diesem Jahr auf 20 bis 25 Milliarden Euro, und das ist noch nicht alles. „Leider muß man erwarten, daß die fiskalischen Folgen auch auf lange Frist negativ sein werden“, lautet das vernichtende Urteil. Da Asylbewerber insbesondere in Städte ziehen, drohen die Metropolen in Armutsfallen zu geraten.

Forscher des arbeitgebernahen IW Köln merken an, daß die Migration in die Bundesrepublik Deutschland selbst dann attraktiv bleibt, wenn die Neuankömmlinge von Hartz IV abhängig oder nur prekär beschäftigt sind und keine Integration in den Arbeitsmarkt gelingt. „Viele der zusätzlichen ‚Armen‘ können ihren Lebensstandard in Deutschland verbessern“, sagt IW-Ökonom Klaus-Heiner Röhl. (tw)