Trump läßt bombardieren: US-Streitkräfte setzen in Afghanistan erstmals thermobarische Bombe ein

14. April 2017
Trump läßt bombardieren: US-Streitkräfte setzen in Afghanistan erstmals thermobarische Bombe ein
International
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Washington/Kabul. Es ist offenbar eine Folge des Stimmungsumschwungs in den Medien infolge des Raketenangriffs auf einen Luftwaffenstützpunkt der syrischen Streitkräfte – jetzt hat US-Präsident Donald Trump Blut gerochen und läßt die Muskeln spielen. Nach dem Angriff in Syrien und der Eskalation im Konflikt mit Nordkorea hat den nächsten Schlag die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Afghanistan abbekommen. Dort setzten die US-Streitkräfte jetzt erstmals ihre größte nicht-nukleare Bombe GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast ein, wie das Pentagon inzwischen bestätigte.

Die 2003 entwickelte thermobarische Bombe, die auch als „Mutter aller Bomben (MOAB – „mother of all bombs“) bekannt ist, wiegt mehr als zehntausend Kilogramm und wurde laut Pentagon von einer viermotorigen Propellermaschine vom Typ MC-130 abgeworfen. Sie gilt als größter konventioneller Sprengkörper der US-Streitkräfte und enthält mehr als 8000 Kilogramm Sprengstoff.

Ziel des Angriffs war ein Tunnelsystem in der östlichen Provinz Nangarhar. Die US-Truppen vermuteten dort ISIS-Kämpfer. In der Region war am vergangenen Wochenende ein US-Soldat im Kampf gegen ISIS getötet worden. Genaues über die erzielte Wirkung wissen die Streitkräfte allerdings noch nicht. Auch eine längerfristige Strategie für den Dauer-Konfliktherd Afghanistan hat das Weiße Haus noch nicht vorgelegt.

Die militärische Bedeutung der MOAB ist umstritten. Sie gilt wegen ihrer schieren Größe und der enormen Druckwelle vor allem als Mittel der psychologischen Kriegführung. Nur Rußland besitzt eine noch stärkere nicht-nukleare Bombe, die die vierfache Sprengkraft der MOAB hat. (mü)

 

Foto: wikimedia/US Air Force/gemeinfrei

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6 Comments

  1. sadhu schreibt:

    Soweit mir bekannt ist, handelt es sich bei dieser nicht um eine thermobarische Bombe.
    Nur die Russen arbeiten damit.

  2. Reinhard L. schreibt:

    Trump entwickelt sich in Rekordzeit zum Liebling
    Der Lügenpresse. Er hat seine Wähler in noch nie
    dagewesener Weise belogen und betrogen. Man kann
    von ihm nur noch das Schlimmste erwarten!

  3. Heidrun Bauer schreibt:

    Die BRD-Buntifanten-Regierung klatscht in ihrem korrupten Hurrah-Globalismus laut Beifall, wenn ein fremder Staat einen anderen fremden Staat bombardiert. Somit lenkt sie das böse Blut, von transatlantischer Seite über Jahrzehnte im Orient in Wallung gebracht, und seine wachsende Wut gezielt hierher zum Deutschen Volk, das sie gefährdet, statt „Schaden von ihm zu wenden“ (Amtseid). Vor ein paar Monaten waren die Opfer Weihenachtsbesucher an der Gedächtniskirche, diesmal sind des Fußballer.

  4. Claus Ernst schreibt:

    Die Kosten für die Herstellung der MOAB liegen bei 16 Millionen US-Dollar.
    Angeblich sind 36 IS-Kämpfer getötet worden. Wie diese exakte Angabe veri-
    fiziert wurde, sei einmal dahingestellt. Was viel wichtiger ist in diesem
    Zusammenhang.: Die Islamisten in Ägypten töteten ca. 50 koptische Christen.
    Der LKW-Terrorakt in Nizza forderte über 80 Menschenleben usw. Und weil
    im Westen so gerne alles in Kosten dargestellt wird, kann sich hier jeder
    seine eigenen Gedanken machen. 16 Mio. USD gegen die Kosten von zwei
    Rucksackbombern. In Syrien starteten am Tag nach dem US-Angriff wieder
    Kampfflugzeuge von dem gebombten Areal und in Afghanistan werden 36 IS-
    Kämpfer schneller ersetzt, als Trump die nächste Attacke befehlen kann.
    Und die Zerstörung einer punktuellen militärischen Infrastruktur ist eben-
    falls nach relativ kurzer Zeit wieder ersetzt. Glaubt wirklich jemand ernsthaft, daß durch den sporadischen Abwurf von Spezialbomben und den
    Einsatz von Marschflugkörpern der IS dauerhaft ausgeschaltet werden kann ?
    Nur zur Erinnerung.: In Nordvietnam wurden mehr US-Bomben abgeworfen
    als im ganzen zweiten Weltkrieg – und wer mußte Vietnam fluchtartig ver-
    lassen ? Solange die USA und Russland, sowie andere beteiligte Mächte
    ihre Süppchen auf der IS- und der Terrorflamme kochen, wird es keinen
    durchschlagenden militärischen Erfolg gegen den aufstrebenden radikalen
    Islam geben.

    • Benno Herbst schreibt:

      Ging es den USA wirklich um die IS-Terroristen in Afghanistan? Egal, wieviele IS angeblich daran glauben mußten. Waren eben schneller im Paradies. Diese unterirdische Anlage, die mit DER „Bombe“ attackiert wurde, ist den USA-Militärs bestens bekannt. Diese wurde in den achziger Jahren als Unterschlumpf für die gegen die Sowjetunion kämpfenden afghanischen Freischärler unter Kostenbeteiligung der CIA gebaut.
      Berechnung für Aufwand und Nutzen für den Abwurf der Bombe. Setzt man mal angeblich 100 getötete IS an, dann wären jeder getötete IS mindestens 170.000 US-Dollar wert. Ist das glaubhaft?
      Es ist doch wohl wahrscheinlicher, daß die US-Militärs ihrem Wirtschafts-Trumpel eingeredet haben, mit diesem Abwurf den Kim zu beeindrucken und sich gleichzeitig von der Wirkung dieses Ungetüms ein Bild zu machen. Denn in Kim´s Laden KVDR ist doch auch alles was von kriegerischem Wert ist, tief in der Erde.
      Nun haben diese US-Strategen allerdings eine Antwort bekommen, die ihnen ganz offensichtlich nicht so richtig schmeckt. Bei der heutigen Parade in Phönjang wurden neuartige Raketen vorgeführt, die lt. Experten in U-Boote passen und auch aus diesen gestartet werden können, eine Reichweite von 1000 Km haben. Also die USA damit in Trefferweite ist. Außerdem wurde klar und deutlich artikuliert, welche Ziele als erste Antwort angegriffen werden, falls die USA Nordkorea angreifen würden. Da waren neben dem heran eilenden protzigen Flugzeugträger auch die US-Stützpunkte in Südkorea und in Japan zweifelsfrei benannt worden. Das wird sich wohl der atlandische Natopartner noch mal gründlich überlegen.

  5. S. Horst schreibt:

    Den sog. „islamischen Terror“ zu vernichten hat Trump im Wahlkampf versprochen, während er sich zu jener Zeit gegen die Fortsetzung der Regime-Change-Politik seiner Vorgänger ausgesprochen hat.

    Was Afghanistan angeht: Die Washington-Post hat in 2002 berichtet, der CIA habe islamische Religionslehrbücher verfasst, in denen eine Selektion besonders brutaler Stellen aus den Mohammed-Werken wiedergegeben ist; damit sollten Afghanen zu fanatischen Gotteskriegern (Mudschahedin) ausgebildet werden, um die sowjetischen Truppen zu bekämpfen, die Afghanistan zur Bekämpfung von ohnehin schon vorhandenen religionsfaschistischen Banden dringend erbeten hat. Die USA haben also den Afghanen Dracheneier ins Nest gelegt, weshalb sie legitimerweise die Pflicht haben, die ausgeschlüpften Monster unschädlich zu machen. Ein Missbrauch von Menschen ist es dennoch, und die Monster breiten sich weiter aus. Somit gibt es teils Gründe und teils Vorwände für nicht endende US-Einmischung.

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