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Französische Parlamentariergruppe in Aleppo: Keineswegs „völlig zerstört“

Aleppo. In Ost-Aleppo beginnen nach der Rückeroberung durch die syrischen Streitkräfte die Wiederaufbauarbeiten. Tausende Bewohner sind bereits zurückgekehrt. Die geschlagenen „Rebellen“ haben allerdings in den Ruinen zahlreiche Sprengfallen in Plüschtieren, Häusern und Autos sowie improvisierte Waffenfabriken hinterlassen.

Der UN-Nothilfekoordinator für Syrien, Sajjad Malik, teilte letzte Woche mit, daß allein im Lauf der letzten Woche rund 2.200 Familien in den Bezirk Hanano zurückgekehrt seien. Eine ähnliche Entwicklung sei in anderen ehemals von Dschihadisten besetzten Wohnvierteln zu beobachten.

Auch die Versorgungslage in der lange umkämpften Stadt bessert sich offenbar. Beobachtungen zufolge halten sich rund 1,5 Millionen Menschen in Aleppo auf. Laut Malik haben derzeit 1,1 Millionen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 20.000 Zivilisten würden in Ost-Aleppo täglich mit warmem Essen versorgt. Verletzte werden in sieben mobilen Lazaretten behandelt, rund 1.000 verletzte Kinder befinden sich in zur Behandlung in Krankenhäusern.

Eine französische Parlamentarierdelegation hatte erst unlängst das befreite Ost-Aleppo besucht und sah sich daraufhin veranlaßt, westliche Mediendarstellungen mit Nachdruck zu korrigieren. Dem Delegationschef und früheren französischen Verkehrsminister Thierry Mariani zufolge ist Ost-Aleppo keineswegs „völlig“ zerstört. „15 Prozent der Stadt sind zerstört, 20 Prozent stark beschädigt. 65 Prozent der Stadt haben das also überstanden“, zitierte die russische Nachrichtenplattform „Sputniknews.com“ den Politiker.

Weiter erklärte Mariani: „Aleppo hatte 3,5 Millionen Einwohner. Während der tragischen Ereignisse sind 35.000 Zivilisten  ums Leben gekommen. 35.000 – das ist fürchterlich, zu viel. Und ich möchte diese Verluste nicht verharmlosen. Aber wir müssen vergleichen dürfen können – diese Zahlen sind noch lange nicht das, was uns als ‚totale Vernichtung der Bevölkerung‘ untergejubelt wird.“ (mü)