Strategische Investition: „Deutsche Initiative“ beteiligt sich an Schnellstrecke Moskau-Kasan

19. November 2016
Strategische Investition: „Deutsche Initiative“ beteiligt sich an Schnellstrecke Moskau-Kasan
Wirtschaft
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Moskau. Ungeachtet der westlichen Rußland-Sanktionen möchte ein deutsches Industriekonsortium jetzt in ein strategisches Projekt in Rußland investieren: die Deutsche Initiative für Hochgeschwindigkeitsverkehr in Rußland (HGV), der unter anderem Siemens, Deutsche Bahn und Deutsche Bank angehören, hat sich jetzt bereiterklärt, den Bau der Schnellstrecke zwischen Moskau und Kasan mitzufinanzieren. Dies erklärte der Vizepräsident der staatlichen russischen Eisenbahn, Alexander Mischarin, gegenüber der Nachrichtenagentur TASS.

Die HGV will ihre Investitionen erhöhen und sich mit rund 190 Milliarden Rubel (etwa 2,7 Milliarden Euro) an der Umsetzung der Zugstrecke von Moskau nach Kasan beteiligen. 2015 war noch von zwei Milliarden die Rede. Die näheren Bedingungen sollen nun in einem zwischenstaatlichen Abkommen festgelegt werden. Die „Deutsche Initiative“ will demnächst einen entsprechenden Entwurf vorlegen.

Laut TASS erklärte der Präsident von Siemens in Rußland und Zentralasien, Dietrich Möller, das deutsche Konsortium wolle sich gemeinsam mit China an einer Ko-Finanzierung der Zugstrecke beteiligen. Die chinesische Bewilligung allein sei unzureichend für den Bau aller Trassen und des Zugmaterials, gab Möller zu bedenken. Das Konsortium erwäge, sich vor allem bei der technologischen Ausstattung zu beteiligen. So wolle Siemens bei der Herstellung von Zugmaterial, Automatisierungstechnik, Meldeanlagen und Energieversorgung einsteigen. Möller zufolge könnte sein Unternehmen die nächste Generation des Schnellzugs „Sapsan“ (deutsch: Wanderfalke) bereitstellen, einer russischen Variante des deutschen ICE. Der Breitspur-ICE fährt bislang bereits auf der Schnellstrecke zwischen Moskau und Sankt Petersburg.

Die Gesamtkosten der Zugstrecke von Moskau nach Kasan belaufen sich laut TASS auf eine Billion Rubel (ca. 16,9 Milliarden US-Dollar). Die Züge sollen eine Geschwindigkeit von bis zu 400 Kilometern pro Stunde erreichen. Die Fahrtzeit soll sich dadurch von 14 Stunden auf 3,5 Stunden verkürzen. Der Abschnitt zwischen Moskau und Kasan könnte in Zukunft Teil einer Schnellstrecke zwischen Moskau und Peking werden. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Sergey Korovkin 84/CC BY-SA 3.0
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3 Comments

  1. Denker schreibt:

    Das ist doch mal ein wirtschaftlicher Lichtblick!
    Mein Gott, wenn ich bedenke, was Russland für ein unendlicher Markt für die DDR war, woran sie nur leider nichts verdienen konnte. Und nun besteht vielleicht die Möglichkeit, statt Freihandel für die amerikanischen Konzerne, diesen Markt für Deutschland und Europa zu erschließen. Was für eine Perspektive!

  2. jörg pyzalla schreibt:

    Danke für den positiven Bericht.
    Ich denke jetzt ist der richtige Zeitpunkt grossangelegt in Infrastruktur zu investieren und Arbeitsplätze zu erwirken.In Sibirien und Amerika konnte so ein
    Wirtschaftsraum geschaffen werden.
    Ich hoffe die Präsidenten Putin und Trump finden eine Basis gleichfalls den afrikanischen Kontinent mittels Eisenbahnnetz zu entwickeln und zu sichern.
    Die russische Eisenbahn war schoneinmal wichtigste Voraussetzung für Frieden.
    Die gute Nachricht passt zur Adventszeit, bitte weiter berichten.
    j.pyzalla
    Menden im Sauerland

    • Michael schreibt:

      Man kann solche Verbindungen auch für militärische Aktivitäten nutzen.
      Auch Russen und Chinesen verfolgen geostrategische Ziele.
      Die Euphorie hält sich daher bei mir in Grenzen.

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