Unabhängige Studie: „Nord Stream 2“ würde Deutschland zum wichtigsten Gas-Drehkreuz machen

11. November 2016

London/Köln. Das wird geopolitische Gegner auf den Plan rufen: nach einer unabhängigen Studie von ewi Energy Research & Scenarios in Köln und dem Europäischen Zentrum für Energie- und Ressourcensicherheit (EUCERS) am King’s College London würde der Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream 2“ Deutschland zum wichtigsten Gasdrehkreuz Europas machen.

Die Studie untersucht denkbare Szenarien der Diversifizierung der künftigen europäischen Gasversorgung und beleuchtet dabei auch die Bedeutung des „Nord Stream 2“-Projekts – gegen das bereits jetzt mehrere europäische Länder und die USA Sturm laufen.

Angenommen wird dabei, daß der russische Gazprom-Konzern eine wettbewerbsfähige Preisstrategie verfolgen wird, um weiterhin hohe Gasexporte nach Europa zu gewährleisten, und dabei auf die „Nord Stream 2“-Pipeline baut. Die Verwirklichung des Projekts würde Deutschland, legt die Studie nahe, zum Haupttransitland für russisches Gas und zum wichtigsten Gasdrehkreuz Europas machen.

Widerstand gegen eine solche Entwicklung kommt aus Osteuropa und den USA. Die USA wollen ihr eigenes LNG-Gas in die EU exportieren und die EU-Staaten zudem von russischen Gasimporten lösen. Erst letzte Woche hatte auch das EU-Parlament in einer Resolution den Baustopp von „Nord Stream 2“ gefordert. Das Projekt stehe im Gegensatz zu europäischen Interessen. (mü)

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