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Kosten der Energiewende sind tödlich für den Industriestandort Deutschland

Die Kosten der Energiewende steigen immer weiter. Die Begeisterung von Politikern, Managern und Teilen der Bevölkerung für dieses ökologisch motivierte Umverteilungsprojekt, durchgeführt im Stile der Planwirtschaftsbehörde der untergegangenen Sowjetunion, ist futsch. Die Kosten der Energiewende bezifferte der heutige Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) in seiner früheren Funktion als Umweltminister auf eine Billion Euro. Einer seiner Vorgänger, Jürgen Trittin von den Grünen, versprach, die Förderung der Erneuerbaren Energie über eine Umlage auf den Strompreis koste eine Familie nicht mehr als eine Kugel Eis im Jahr.

Zwar ist der Preis für Eis gestiegen, beträgt aber bei weitem nicht die 300 Euro pro Kugel, die jetzt anfallen werden. Die EEG-Umlage, die 1998 mit 0,08 Cent je Kilowattstunde begann, steigt 2017 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde – mal wieder – und jenseits aller ursprünglichen Prognosen und Versprechungen. Die zusätzlichen Kosten entstehen durch den Ausbau der Windparks in der Nordsee und durch die von Bürgerinitiativen durchgesetzte unterirdische Verlegung von Stromnetzen. Doch es trifft die Verbraucher nicht nur direkt. Die F.A.Z. schreibt: „Politiker, die über die niedrige Investitionstätigkeit von Unternehmen hierzulande klagen, dürfen sich an die eigene Nase fassen. Die hohen Stromkosten sind eine hohe Hürde, die jedes Jahr noch höher wird.“

Und Beispiele werden auch genannt. Weil Strom oder Gas in anderen Ländern nur halb so teuer sei, baue etwa BASF Produktionsanlagen nun in Amerika. Schleichend wanderten so ganze Wertschöpfungsketten ab. Seit Jahren werde in Deutschland weniger investiert als abgeschrieben, werden also unter dem Strich Produktionskapazitäten hier abgebaut und woandershin verlagert. Durch die Energiewende steigt nicht nur der Strompreis an, auch sämtliche Produkte, deren Produktion viel Energie kostet, werden teurer. Es sei denn die Produktion wandert ins günstigere Ausland. Und das tut sie längst. Und das ist nicht nur teuer, sondern tödlich für den Industriestandort Deutschland.

Olaf Haselhorst ist Chefredakteur der gesamtdeutschen Monatszeitschrift „Der Schlesier“.