US-Friedensrat: Westliche Berichterstattung über Syrien ist „Lügenpropaganda“

21. Oktober 2016
US-Friedensrat: Westliche Berichterstattung über Syrien ist „Lügenpropaganda“
International
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New York. In Syrien herrscht seit über vier Jahren Krieg. Das Bild, das die westlichen Medien von den Ereignissen zeichnen, steht fest und kennt keine Grautöne: Schuld an der Katastrophe sind der syrische Staatschef Baschar Al-Assad und die Russen. Daß dieses Bild nicht der Wahrheit entspricht, davon kann sich jeder überzeugen, der selbst einmal in dem Krisengebiet vor Ort war.

Eine unabhängige Delegation des US-Friedensrates machte von dieser Möglichkeit Gebrauch und bereiste die syrische Hauptstadt Damaskus. Dort besuchte die Delegation Staatsbeamte und Angestellte im Staatsdienst, Vertreter der Handelskammern und der nationalen Studentenorganisation, Nichtregierungsorganisationen, die sich um die Kriegsopfer kümmern, Vertreter der politischen Opposition, des Gesundheitsministeriums sowie Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften und den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Sie sprachen auch mit Zivilisten, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Jetzt trugen die Delegationsteilnehmer ihre Erkenntnisse im UN-Hauptquartier in New York vor. Tenor ihres Berichts ist die Einschätzung, daß der Westen rund um den Syrien-Konflikt massive Lügenpropaganda betreibt. Was die Menschen in den USA und anderen westlichen Ländern in den Medien zu hören bekommen, sei eine Verfälschung dessen, was wirklich in Syrien passiert.

Alfred Marder, Präsident des US-Friedensrates, resümiert seine Erfahrungen mit den Worten: „Es war in den letzten Jahren ziemlich offensichtlich, daß das ,was wir von der Presse gelesen und gehört haben, die amerikanische Bevölkerung verwirrt hat.“ Die offiziellen Informationen seien nicht schlüssig und hätten sogar die Friedensbewegung hinters Licht geführt.

Das dahinterstehende Muster sei das gleiche wie bei anderen US-Interventionen. Die Führung eines Landes werde dämonisiert, was dann als Vorwand verwendet werde, um sich in die inneren Angelegenheiten eines Landes einzumischen..

Die Syrer selbst lehnten das Aufhetzen der verschiedenen Bevölikerungs- und Religionsgruppen gegeneinander ab. Die Syrer, mit er gesprochen habe, hätten Delegationsleiter Henry Loewendorf immer wieder gesagt: „Wir erlauben es den Vereinigten Staaten nicht, uns in verschiedene Teile zu teilen. Wir werden es nicht erlauben, daß sie uns wie die Menschen im Irak, in Libyen oder in Afghanistan gegeneinander aufbringen. Wir wollen gemeinsam die Invasion unseres Landes verhindern.“ (mü)

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