Frontex zur Asylkrise: EU-Länder reagierten nicht adäquat auf „Flüchtlings“-Zustrom

24. Juni 2016

Warschau. Die europäische Grenzschutzagentur Frontex ist unzufrieden mit den Maßnahmen der EU-Staaten im Rahmen der anhaltenden „Flüchtlings“-Krise. In einer Analyse, die jetzt verschiedenen Medien vorliegt, heißt es wörtlich: „Die größten Gefahren und Schwachstellen, die sich auf die Region auswirken, haben sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren nicht verändert.“

Konkret schlägt Frontex vor, die Türkei weiterhin dabei zu unterstützen, den Asylstrom nach Europa einzudämmen. Zudem sollen die Grenzen nach Griechenland und Bulgarien verstärkt werden. Ein nochmaliges „Weiterreichen“ von Asylsuchenden müsse vermieden werden. Allerdings wird vor nationalen Alleingängen gewarnt.

Laut Frontex hätten vor allem Gerüchte und Erwartungshaltungen erheblichen Einfluß auf die Entscheidung von Asylsuchenden gehabt. „Viele angehende Migranten aus Syrien, Iran, Irak, Nordafrika oder Pakistan entschlossen sich in Massen zur Reise nach Griechenland, nachdem sie überzeugt waren, daß die westliche Balkanroute offenstand – sie also sicher waren, daß die Weiterreise schnell und günstig ist und bestimmte Mitglieder der Europäischen Union sie aufnehmen werden“, schreibt die Agentur. Vor allem über soziale Netzwerke hätten sich solche Gerüchte verbreitet, und es sei schwierig gewesen, dagegen vorzugehen. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Irish_Defence_Forces/CC_BY_2.0

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