Nach Redeverbot bei AfD-Veranstaltung: David Bendels verläßt die CSU

2. Juni 2016
Nach Redeverbot bei AfD-Veranstaltung: David Bendels verläßt die CSU
National
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Büdingen. Ein Paukenschlag für die verbliebenen Konservativen in den Unionsparteien: Für den bevorstehenden Sonnabend hatte die Junge Alternative Hessen den Gründer und Vorsitzenden des „Konservativen Aufbruchs!“ (KA!), einer in der CSU organisierten Gruppe wertkonservativer Parteimitglieder, zu einem Vortrag eingeladen. David Bendels sollte im hessischen Büdingen über „Heimat, Kultur und Tradition“ sprechen und sich einer sachlichen Debatte zu diesen auch für die AfD und ihre Jugendorganisation JA zentralen Begriffen stellen. Auf Druck der CSU-Parteiführung mußte Bendels seinen Vortrag absagen, heute teilte er deshalb in einer Pressemeldung seinen sofortigen Austritt aus der CSU mit.

Der 31-jährige Lichtenfelser, früher Mitarbeiter der CSU-Europaabgeordneten Monika Hohlmeier, verlautbarte über seine Beweggründe zum Parteiaustritt: „Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren nicht in erster Linie die massiven internen und öffentlichen Angriffe, Diffamierungen und Unterdrückungs- und Bevormundungsversuche von Seiten der CSU-Landesleitung und einiger CSU Funktions- und Mandatsträger gegen meine Person, an derartige Angriffe habe ich mich in den 2 Jahren meines Engagements für den ‪‎KA‬! ‚gewöhnt‘, sondern vielmehr die unweigerliche Tatsache, dass sich einige wenige Aktive des KA! gestern dazu entschlossen haben, diese inakzeptablen Angriffe öffentlich zu unterstützen. Zudem hat sich diese Gruppe sowohl dazu entschlossen, dem aus meiner Sicht strategisch falschen und zudem undemokratischen Kurs der Parteiführung hinsichtlich des Umgangs mit der AfD‬ (‚Kontaktverbot‘ etc.) mitzutragen, als auch, dass der KA! zukünftig keine öffentlich zugespitzte Kritik mehr an den Beschlüssen der Parteiführung äußern solle.“

Bendels verkündete außerdem, sich erst einmal aus dem politischen Tagesgeschäft zurückzuziehen, inhaltlich aber auf Distanz zu den sich seit Jahren auf dem „Holzweg“ befindlichen Unionsparteien gehen zu wollen.

Einer der beiden Sprecher der Jungen Alternative Hessen, Fabian Flecken, äußerte gegenüber ZUERST! sein Bedauern über die Absage, kann die Beweggründe des konservativen Bayern jedoch verstehen. „Der Umgang mit David Bendels spricht Bände. Es sollte der Austausch unter Demokraten im Fokus stehen, denen unser Vaterland am Herzen liegt, für die CSU anscheinend schon tabubehaftet. Daher ist der Austritt von David Bendels nur konsequent. Es bleibt dabei: Die AfD ist die neue Heimat für echte Konservative und freiheitliche Patrioten“, so Flecken.

Die Veranstalter – neben der JA Hessen auch der AfD-Kreisverband Wetterau – konnten für den Ausfall Bendels inzwischen hochkarätigen Ersatz organisieren: mit der AfD-Vorsitzenden Dr. Frauke Petry, dem AfD-Europaabgeordneten Marcus Pretzell und dem JA-Bundesvorsitzenden Markus Frohnmaier kommen Aushängeschilder der Partei in die hessische Wetterau. (sp)

 

Bildquelle: Flickr/Metropolico.org/CC-BY-SA-2.0

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5 Comments

  1. Dr. Altenburger schreibt:

    Die AfD kann jetzt jeden echten ehrlichen Konservativen gebrauchen, denn da spielt die Musik und als Nichtwähler pro Freiheitliche, werden wir Ihnen auf die Finger schauen, aber ich hoffe sie lassen sich von da hergelaufene Opportunisten nicht die Butter vom Brot nehmen.

  2. Der Rechner schreibt:

    Ein folgerichtiger Schritt Bendels.

    Bei der Union sind Hopfen und Malz verloren.

  3. Wolfgang S. schreibt:

    Ein rechter Aufbruch ist zu begrüßen, aber ein „konservativer“ Aufbrauch klingt nach „oben-unten“ (antidemokratisch), nach „Hirte-Schafe“ (unfehlbare Kirchenobrigkeit) oder nach „Pyramide“ (Freimaurer-Hochgrad-Obrigkeit).
    Brauche wir Deutsche so etwas? Echte Deutsche nicht!
    Leider haben sich hierzulande seit vielen Jahrhunderten Schafsnaturen ausgebreitet, die Führung brauchen, ausländische Führung von oder für einen Priester.
    Wird die „AfD“ eine arrogante Hirtenpartei wie die politisch „Schwarzen“, z.B. mit Migrationswaffen-Terror gegen Deutschland?

  4. Der Rechner schreibt:

    Zudem hat sich diese Gruppe sowohl dazu entschlossen, dem aus meiner Sicht strategisch falschen und zudem undemokratischen Kurs der Parteiführung hinsichtlich des Umgangs mit der ‪AfD‬ (‚Kontaktverbot‘ etc.) mitzutragen, als auch, dass der KA! zukünftig keine öffentlich zugespitzte Kritik mehr an den Beschlüssen der Parteiführung äußern solle.

    Merkel ist der Umbau der Union in eine stalinistische Kaderpartei gelungen. Der stehende Dauerbeifall bei ihren Auftritten auf Parteitagen ist nicht das einzige, was an die KPdSU erinnert.

    Daß das gelingen konnte, ist 100.000 kleinen Karrieristen zu verdanken.

    Inzwischen schaltet Propagandaminister Maas die Medien gleich.

    So ‚light‘ ist die DDR 2.0 inzwischen gar nicht mehr.

  5. Deutschsachse schreibt:

    Das stimmt. Wer 40 Jahre Kommunismus in der DDR mit erdulden musste, kann da schon Paralellen erkennen. Dieser Staat ist auf dem Weg zur DDR 2.0.

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