- ZUERST! - https://zuerst.de -

Linke-Chefin Wagenknecht: „Panama-Papers alles andere als ein Glanzstück des Journalismus“

Berlin. Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Linken im Deutschen Bundestag, hat erneut unliebsame gesellschaftspolitische Realitäten angeprangert. Die für ihre klaren Worte – oftmals auch zum Mißfallen in der eigenen Partei – bekannte Volkswirtin kritisierte die Berichterstattung der etablierten Presse im Rahmen der Affäre um die sogenannten Panama Papers“ und verlautbarte über Facebook:

Wenn man sich die bisherige Berichterstattung zu den Panama Papers ansieht, dann offenbart sich ein doppelter Skandal: Nicht nur die Steuerhinterziehung und Geldwäsche der Finanzmafia in bislang nicht bekanntem Umfang, sondern auch die manipulative Meinungsmache der westlichen Mainstream-Medien. Zum Beispiel: kein einziger veröffentlichter Name aus den USA – und das bei rund 2,6 Terabyte an Daten. Auf diese Weise sind die Panama-Papers alles andere als ein Glanzstück des Journalismus. Sie sind stattdessen ein weiteres Beispiel für Meinungsmache anstelle von Aufklärung!“ so die 46jährige Oppositionsführerin.

Wagenknecht bezieht sich dabei auch auf Äußerungen des früheren britischen Botschafters Craig Murray, der im Zusammenhang mit den Enthüllungen treffend festhielt: Leider hat der Whistleblower, dem wir die Dokumente zu verdanken haben, jedoch den schrecklichen Fehler gemacht, sich an die westlichen Massenmedien zu wenden, um die Daten zu publizieren. (…) Da rechnen Sie mal lieber nicht mit einer schonungslosen Offenlegung des westlichen Kapitalismus. Die dreckigen Geheimnisse der westlichen Unternehmen werden auch weiterhin verschlossen bleiben. Erwarten Sie lieber Schüsse in Richtung Rußland, Iran und Syrien und einige kleinere ‘Alibischüsse’ auf kleinere westliche Länder wie Island.

Murray schließt mit den rhetorischen Fragen: Was wäre wohl passiert, wenn man die Mossack-Fonseca-Daten nach den Namen der Besitzer der westlichen Medienkonzerne, ihrer Unternehmen und allen Redakteuren und leitenden Journalisten durchsucht hätte? (…) Was wäre passiert, wenn man die Daten nach jedem Unternehmen durchsucht hätte, daß an den Börsen des Westens gelistet ist und nach jedem westlichen Millionär? (…) Und wie wäre es eigentlich, wenn ihr Schoßhündchen der Konzerne das Volk die gesamten Datensätze sehen läßt?

Interessant ist in diesem Zusammenhang folgender Aspekt. Die die Panama Papers auswertende internationale Journalistenorganisation ICIJ beteiligte auch das OCCRP (The Organized Crime and Corruption Reporting Project) an der Analyse der geheimen Unterlagen. Dieses OCCRP wird von George Soros’ Open Society Foundation, der US-amerikanischen USAID und weiteren westlichen Nichtregierungsorganisationen finanziert. So darf es nicht überraschen, daß der Putin- und Rußlandfeind Soros seinen Einfluß geltend machen konnte: in allen Berichten von westlichen Medien über die Panama Papers taucht immer wieder der Name Putin auf – eine Vielzahl an Artikeln macht sogar mit Porträts des russischen Staatspräsidenten auf -, obwohl in den Datensätzen sein Name kein einziges Mal vorkommt. Der gerühmte investigative [1] wird hier zum manipulativen Journalismus. (sp)

 

Bildquelle: Wikimedia/Wolkenkratzer/CC BY-SA 3.0 (Bild ist beschnitten)