Wolfgang Herles über das ZDF: „Das ist Regierungsjournalismus“

31. Januar 2016
Wolfgang Herles über das ZDF: „Das ist Regierungsjournalismus“
Kultur & Gesellschaft
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Berlin. Das überrascht kritische Medienkonsumenten nicht: der Journalist und Publizist Wolfgang Herles, der jahrelang für das ZDF in leitenden Positionen tätig war, hat jetzt eingeräumt, daß es im Sender „Anweisungen von oben“ gebe. Im Deutschlandfunk sagte Herles wörtlich: „Auch im ZDF sagt der Chefredakteur: ´Freunde, wir müssen so berichten, daß es Europa und dem Gemeinwohl dient`. Und da muß er in Klammer gar nicht mehr dazu sagen, `wie es der Frau Merkel gefällt`.“ Im übrigen habe es solche Anweisungen auch früher schon gegeben.

Herles: „Es gab eine schriftliche Anweisung, daß das ZDF der Herstellung der Einheit Deutschlands zu dienen habe. Wir durften damals nichts Negatives über die neuen Bundesländer sagen – heute darf man nichts Negatives über die Flüchtlinge sagen – das ist Regierungsjournalismus.“

Wolfgang Herles war in den 1980er Jahren stellvertretender Hauptredaktionsleiter Innenpolitik beim ZDF und Leiter des Bonner Hauptstadtstudios. In den letzten Jahren ist er im ZDF vor allem mit Kultursendungen zu sehen. (mü)

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6 Comments

  1. ole schreibt:

    Und? Haben sie schon ALG beantragen müssen?
    Lügen in den Medien… Als wenn das „Pack“ es nicht schon immer wusste…
    Aber wer es wagte, das auszusprechen war sofort „Nazi“. Einwände?

  2. Annuntiator schreibt:

    Dass man sein eigenes Vaterland nicht spalten will, sollte eine Selbstverständlichkeit sein! Auch ohne eine ZDF-Anweisung!
    Trotzdem wurden die Betriebe der „neuen Bundesländer“ (Mitteldeutschlands) unentwegt schlechtgeredet. Zielvorgabe der Treuhandgesellschaft war es damals, tunlichst ausländische Käufer für diese zu finden. Ein wirklich deutscher Staat hätte die Umstrukturierung seiner hinzugekommenen Betriebe bewusst in patriotischer Weise ganz anders und wesentlich effektiver fördern können. Dann wäre der „Solidarbeitrag“ schon nach ein paar Jahren obsolet geworden!

  3. Pack schreibt:

    Er muß es ja wissen!
    In der DDR gab ’s den SED-Journalismus. Als ich da in der SED-Zeitung im Frühjahr 1990 einen Artikel gegen die SED veröffentlichen wollte, war die Antwort des Redakteurs: „Aber das ist doch unsere (SED) Zeitung!“
    Heute erhält man von ARD, ZDF oder den „Systemzeitungen“ nicht ‚mal eine Antwort, wenn man hier etwas veröffentlichen will (wie unsere „Rechtsstaatsgeschichte“).
    Das ist wie bei den Anzeigen gegen einen „Migrationshintergrund“!

  4. Der Rechner schreibt:

    Nein – überraschend ist das für niemanden, der die dumpfe Dauerpropaganda der „öffentlich-rechtlichen“ jahrelang über sich hat ergehen lassen.

    Relativ neu ist allerdings in der Diskussion, wie führende Systempolitiker wie Sigmar „Pack“ Gabriel gar keinen Hehl mehr daraus machen, daß diese Medien gefälligst auf Staatslinie zu sein haben: „Für mich gehört die AfD in den Verfassungsschutzbericht und nicht ins Fernsehen“.

    Ebenso neu ist es, daß die Systempropagandisten sich Schlägertrupps („Sicherheitsdienst“) anmieten, um AfD-Kundgebungen wie in Magedeburg zu stören.

  5. Weißer Rabe schreibt:

    Sehr geehrter Herr Herles,
    eine Überraschung war Ihre Aussage nicht. Aber mutig, dass Sie sich namentlich dazu bekennen.

    „Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen:Nein.“ Kurt Tucholsky

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