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GdP-Vize warnt: Polizei kann die Grenzen nur noch drei Wochen schützen

Nach der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) hat jetzt auch die Konkurrenzorganisation, die Gewerkschaft der Polizei (GdP), Alarm geschlagen: die Kräfte reichten nur noch für drei Wochen. Andere Aufgaben wie der Schutz von Flughäfen und Bahnhöfen seien kaum noch zu stemmen.

Der für den Bereich Bundespolizei zuständige GdP-Vize Jörg Radek erklärte dazu in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Für einen Zeitraum von vielleicht drei Wochen können wir das leisten, aber länger reichen die personellen Kräfte nicht aus.“ Radek bezog sich auf die Ankündigung von Bundesinnenminister de Maizière, die im September wiedereingeführten Grenzkontrollen über Februar hinaus zu verlängern.

Die Bundespolizei sei bereits jetzt an ihrer Belastungsgrenze angelangt, sagte Radek. Seit Beginn der Kontrollen an der Grenze zu Österreich hätten die Beamten mehr als zwei Millionen Überstunden geleistet. Andere Aufgaben wie den Schutz von Flughäfen und Bahnhöfen oder die Absicherung von Fußballspielen könne die Bundespolizei kaum noch stemmen. Auch die geplante Aufstockung um 3.000 Stellen schaffe in der derzeitigen „Flüchtlings“krise keine Abhilfe, da die Beamten erst ausgebildet werden müßten.

In der „Rheinischen Post“ warnte Radek außerdem vor den möglichen Folgen der von der österreichischen Regierung angekündigten Obergrenze für Flüchtlinge. Grundsätzlich seien Maßnahmen zur wirksamen Kontrolle des Flüchtlingsandrangs zwar zu befürworten, aber: „Sollten sich die Österreicher entscheiden, beim Erreichen des Limits Flüchtlinge einfach wieder nach Deutschland weiterzuleiten, würde uns das vor enorme Probleme stellen“, sagte Radek. (mü)

 

Bildquelle: Flickr/Metropolico.org/CC-BY-SA-2.0