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Bischof Overbeck: Deutsche sollen sich an Asylbewerber anpassen

Bochum. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck ist der Auffassung, die Deutschen müßten sich an Asylbewerber anpassen. “So wie die Flüchtlinge ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen, werden auch wir es tun müssen”, sagte Overbeck kürzlich im Rahmen einer Predigt in Bochum. Und: “Unser Wohlstand und die Weise, in Frieden zu leben, werden sich ändern.”

Außerdem müßten die Bürger Abstand “vom gewohnten Wohlstand” nehmen und insgesamt bescheidener werden. Deutschland müsse zu einer “Gesellschaft des Teilens” werden, sagte Overbeck, der auch Militärbischof der Bundeswehr ist. Durch die Flüchtlingsströme würden die “gewohnten Grenzen unseres Miteinanders gesprengt”.

Es gebe jedoch keinen Grund für Angst und Unsicherheit, denn: “Alle, die kommen, sind unsere Schwestern und Brüder, weil sie von Gott her willkommen sind. Sie beschenken uns, wie wir sie.” Aus diesem Grund dürften Asylsuchende auch nicht “auf Grenzen, Zäune, Schlepper und Lager stoßen”. Deutschland und Europa müßten zeigen, “daß wir nicht für Abschottung und Selbstbehauptung stehen, sondern Räume der Freundschaft für Menschen auf der Suche nach Sicherheit, Verläßlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand schaffen wollen und werden”.

Anfang September hatte bereits der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gefordert, Deutschland dürfe keine “Insel des Wohlstands werden”. (mü)

 

Bildquelle: flickr/blu-news