Bei Turnier gegen „Rassismus“: Juso-Kicker beschwert sich über „Negerbonus“

18. Juni 2015
Bei Turnier gegen „Rassismus“: Juso-Kicker beschwert sich über „Negerbonus“
Kultur & Gesellschaft
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Augsburg. Bei einem Fußballturnier verschiedener Freizeitmannschaften gegen „Rassismus“ ist es in Augsburg zum Eklat gekommen, weil ein Spieler aus dem Team der SPD-Jugendorganisation Jusos sich beim Schiedsrichter über einen „Negerbonus“ beschwerte – im Spiel gegen eine Flüchtlingsauswahl.

Der örtliche Stadtverband der Linken-Jugendorganisation Solid machte die Äußerung im Anschluß an das Turnier öffentlich. In einer Pressemitteilung heißt es: „Am Samstag trafen sich wieder AntifaschistInnen und AntirassistInnen zum diesjährigen ‚Copa Augusta Antiracista‘. Neben leckeren veganen Döner und kühlen Getränken wurde natürlich auch Fußball gespielt.“ Einige Mitglieder der Juso-Mannschaft seien dabei übermotiviert aufgetreten, „was schließlich nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung des Schiedsrichters in rassistischen Kommentaren gipfelte. Der Gegner, ein Flüchtlingsteam, hätte demnach ‚einen Negerbonus‘, was alle ‚GenossInnen‘ sichtlich belustigte.“ Später hätten die Jusos die Äußerung als normalen „Kraftausdruck bei Fußballspielen“ abgetan, so die Solid-Kritik. Und: „Das Gesamtauftreten des Juso-Teams an diesem Tag war diesem tollen antirassistischen Turnier nicht würdig und erinnerte eher an ihren Genossen Thilo S.“

Gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“ erklärte die Juso-Stadtverbandsvorsitzende Anna Rasehorn, sie könne „dazu nur ganz eindeutig klarstellen, daß eine solche Äußerung, auch wenn sie in der Hitze des Gefechts geschieht, völlig daneben ist und absolut im Gegensatz zu unserer politischen Überzeugung und unserem Handeln steht. „Wir Jusos haben uns allerdings sofort und deutlich davon distanziert und das Mitglied hart zur Rede gestellt. Die betroffene Person war sich auch sofort ihrer Fehler bewußt und wollte sich sogleich entschuldigen. Daß die Entschuldigung nicht angenommen wurde, ist sehr verständlich. Wir hätten sie vermutlich auch nicht sofort angenommen.“ Der Vorfall stehe auf der Tagesordnung und man werde sich mit der Frage beschäftigen, „warum solche Aussagen aus den eigenen Reihen getroffen werden, wenn wir zugleich einen großen Teil unserer Arbeit darauf verwenden, gegen Rechtspopulismus einzustehen“. (lp)

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