„Islamischer Staat“: Aus Deutschland ausgereister Islamist sprengt sich im Irak in die Luft

19. November 2014
„Islamischer Staat“: Aus Deutschland ausgereister Islamist sprengt sich im Irak in die Luft
International
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Berlin/Baiji. In der nordirakischen Stadt Baiji hat sich offenbar ein aus Deutschland ausgereister Islamist bei einem Selbstmordanschlag in die Luft gesprengt.

Wie die „Welt“ unter Berufung auf Quellen im Internet berichtet, nannte sich der irakisch-stämmige Islamist aus Nordrhein-Westfalen „Abu Taymiyyah al-Almani“.“Der Bruder Abu Taymiyyah al-Almani hat mit einer Autobombe (Geländewagen) mit mehr als einer Tonne Sprengstoff einen Panzer angegriffen“, zitiert das Blatt eine der Islamisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) nahestehende Quelle. Bis zu 15 irakische Sicherheitskräfte sollen bei dem Anschlag getötet worden sein. Es ist bereits mindestens der neunte Fall, in dem sich ein aus Deutschland ausgereister Islamist in Syrien oder im Irak als Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hat.

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die Armee, etwa die Hälfte davon gehörte einer britischen Studie zufolge Ende 2013 islamistischen Gruppierungen wie der “Jabhat al-Nusra” oder dem “Islamischen Staat” (vormals “Islamischer Staat im Irak und Syrien”, ISIS) an – seit September 2014 wird allein für IS von 31.500 bis 50.000 Kämpfern ausgegangen, rund 15.000 davon stammen aus dem Ausland. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vornehmlich aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch rund 3.500 der kämpfenden Islamisten aus Europa. Aus Deutschland sind rund 500 Kämpfer – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Etwa 45 von ihnen sind in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter der Berliner Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Inzwischen sind nach Syrien ausgereiste Islamisten aus Deutschland grenzübergreifend auch im benachbarten Irak aktiv: In mindestens neun Fällen sprengten sich deutsche IS-Kämpfer sogar als Selbstmordattentäter in die Luft. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)

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