Richtungsstreit in der AfD: Gauland legt Henkel den Parteiaustritt nahe

31. Oktober 2014
Richtungsstreit in der AfD: Gauland legt Henkel den Parteiaustritt nahe
National
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Berlin. Der Richtungsstreit in der AfD steuert auf einen neuen Höhepunkt zu. Parteivize Alexander Gauland legte seinem Vorstandskollegen Hans-Olaf Henkel nun sogar den Parteiaustritt nahe.

Wie die „Welt“ berichtet, boykottierte der stellvertretende Parteivorsitzende Hans-Olaf Henkel zuletzt die Lagebesprechungen des Vorstandes. Zuvor hatte er in mehreren Interviews scharf gegen Teile der Parteibasis geschossen: Es seien „Unvernünftige, Unanständige und Intolerante“ in den Reihen der AfD, sagte er gegenüber dem „Spiegel“, und in der „Zeit“ nannte er Parteifreunde „Ideologen, Goldgräber und Karrieristen“. Auch „diese ganzen Rußlandversteher“ machten ihm zu schaffen: „Da sitzt man auf einem Parteitag und hört irgendwelche wilden Verschwörungstheorien. Ich werde dann ganz klein und schäme mich in Grund und Boden“, so Henkel.

Zu viel offenbar für Alexander Gauland, den zweiten von drei Stellvertretern: Wie das Blatt berichtet, rief Gauland Henkel wutentbrannt an und wollte wissen, in welche Kategorie Henkel ihn denn einordne, bei den Unvernünftigen, den Unanständigen oder den Intoleranten. Nur mit Mühe gelang es demzufolge Henkel, Gauland von der Einberufung einer Pressekonferenz zur Klarstellung abzuhalten. Nicht jedoch davon, wie zuvor Henkel über die Presse einige Worte an die Parteimitglieder zu richten.

„Herr Henkel muß sich fragen, ob er noch zur AfD gehören will, denn er will im Grunde genommen eine liberale Partei. Er möchte auf keinen Fall etwas mit Herrn Putin zu tun haben, er will auf jeden Fall das Freihandelsabkommen mit den USA“, so Gauland nun gegenüber der „Welt“. „Er möchte eine Partei, die die Werte von CDU und FDP, wie er sie sieht, weiter verkörpert. Und das wird mit der AfD nicht gehen“. Bei seinen Besuchen an der Basis gewinne er, Gauland, zunehmend den Eindruck, daß sich das National-Konservative oder National-Liberale als Markenkern herausschäle, so der Vorsitzende der AfD-Fraktion im brandenburgischen Landtag. „Das heißt, es gibt bei uns die Suche nach Alternativen nicht nur zur Euro-Politik, sondern auch auf anderen Gebieten“, erklärt Gauland. So zum Beispiel etwa bei der Frage, ob es richtig sei, „daß wir uns in allem von den Amerikanern dominieren lassen“. (lp)

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