Syrien: „Islamischer Staat“ hält zwei deutsche Ex-Mitkämpfer gefangen – 500 Islamisten ausgereist

8. September 2014
Syrien: „Islamischer Staat“ hält zwei deutsche Ex-Mitkämpfer gefangen – 500 Islamisten ausgereist
International
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Raqqa. Die Islamisten-Gruppierung „Islamischer Staat“ (IS) hält offenbar zwei ehemalige Mitkämpfer aus Deutschland in Syrien fest.

Wie der „Focus“ berichtet, sollen die beiden von den von IS begangenen Gräueltaten geschockt sein und hätten nach Deutschland zurückkehren wollen. Die Deutschen sollen dem Bericht zufolge zusammen mit fünf Briten, drei Franzosen und zwei Belgiern in einem Folter-Gefängnis in der syrischen Stadt Raqqa festgehalten werden. In den Augen des IS gelten sie demnach als Verräter, die den Tod verdient hätten. Außerdem berichtet das Magazin, daß inzwischen rund 500 Islamisten aus Deutschland in das Kampfgebiet ausgereist seien. Insgesamt etwa 3.500 der IS-Kämpfer stammen dem Bericht zufolge nach Geheimdiensterkenntnissen aus europäischen Staaten.

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, etwa die Hälfte davon gehörte einer britischen Studie zufolge Ende 2013 islamistischen Gruppierungen wie der “Jabhat al-Nusra” oder dem “Islamischen Staat” (vormals “Islamischer Staat im Irak und Syrien”, ISIS) an – Tendenz steigend. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vor allem aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch rund 3.500 der kämpfenden Islamisten aus Europa. Aus Deutschland sind rund 500 Kämpfer – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Etwa 40 von ihnen sind in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter der Berliner Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Inzwischen sind nach Syrien ausgereiste Islamisten aus Deutschland grenzübergreifend auch im benachbarten Irak aktiv: In mehreren Fällen sprengten sich deutsche Kämpfer des “Islamischen Staats” als Selbstmordattentäter in die Luft. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)

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