Syrien-Konflikt: 350 Islamisten aus Deutschland ausgereist – bislang 26 Tote

20. Juni 2014
Syrien-Konflikt: 350 Islamisten aus Deutschland ausgereist – bislang 26 Tote
International
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Damaskus/Berlin. Die Zahl der aus Deutschland ausgereisten und in Syrien kämpfenden Islamisten ist auf rund 350 gestiegen.

Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge reisten bis Ende Mai etwa 350 Islamisten nach Syrien. Das Blatt beruft sich dabei auf ihm vorliegende Informationen aus Sicherheitskreisen. Demnach sind rund 50 der Kämpfer inzwischen wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Für den Staatsschutz gelten sie als „Gefährder“, also Personen, bei denen befürchtet wird, daß sie „politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung“ begehen könnten. Auch die Anzahl der getöteten Kämpfer aus Deutschland steigt: Die „Welt“ meldet den Tod des 24-jährigen ehemaligen Fußballtalents Ayoub Chaatouf. Der Deutsch-Marokkaner spielte kurzzeitig in der U19-Mannschaft von Tottenham Hotspur, bevor er beim SV Darmstadt 98 anheuerte. Damit sind nach Berechnungen von ZUERST! inzwischen 26 aus Deutschland ausgereiste Islamisten in Syrien ums Leben gekommen.

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, etwa die Hälfte davon gehört einer britischen Studie zufolge islamistischen Gruppierungen wie der “Jabhat al-Nusra” oder dem “Islamischen Staat im Irak und Syrien” (ISIS) an, die sich auch untereinander gegenseitig bekämpfen. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch rund 2.000 der Islamisten aus Mitgliedsstaaten der EU. Aus Deutschland sind über 350 Personen – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Bislang 26 davon sind nach Berechnungen von ZUERST! in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter ein Pforzheimer Islamist sowie der Berliner Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten.

> Chronik: Syrien-Konflikt

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