Flugblätter gegen Professoren: Universität Rostock stellt Strafanzeige gegen linke Denunzianten

11. November 2013

Foto: Wikimedia/Oren Rozen, CC BY-SA 3.0

Rostock. Die Universität Rostock hat Strafanzeige gegen die bislang unbekannten Verfasser eines Flugblattes angezeigt erstattet, das mehreren Dozenten der Hochschule eine rechte politische Einstellung attestiert.

„Aus Sicht der Universität besteht der Verdacht, daß einige Straftatbestände erfüllt werden, die im Zuge eines Ermittlungsverfahrens geklärt werden sollen“, erklärte Uni-Sprecher Michael Vetter gegenüber dem „Neuen Deutschland“. „Flugblätter, E-Mails und Internetseiten mit persönlichen Vorwürfen gegen WissenschaftlerInnen und MitarbeiterInnen der Universität, deren Urheber auf genauere Angaben zu seiner Person lieber verzichtet, sind kein akzeptables Format für diesen Diskurs“, so Vetter.

Das Flugblatt der Gruppe „Kritische Uni“ wirft konkret zwei Dozenten vor, in „Burschenschafts- und Copskreisen aktiv“ zu sein, andere hätten eine Kampagne zur Umbenennenung der Rostocker Ilja-Ehrenburg-Straße unterstützt. Ehrenburg war ein sowjetischer Propagandist, der zur Zeit des Zweiten Weltkriegs besonders brutale Werke veröffentlichte, die noch heute berüchtigt sind. Außerdem wird zwei weiteren Dozenten vorgeworfen „die unwissenschaftliche Extremismustheorie“ zu vertreten, derzufolge es Extremismus sowohl am rechten als auch am linken politischen Rand gibt.

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