Frankreich: UMP will rechtem Front National mit neuer Einwanderungspolitik das Wasser abgraben

29. Oktober 2013

FN-Parteichefin Marine Le Pen (Foto: Wikimedia/Gauthier Bouchet, CC BY-SA 3.0)

Paris. Der Vorsitzende der bürgerlichen UMP, Jean-François Copé, will mit dem Vorschlag einer “neuen Einwanderungspolitik” den Höhenflug des rechten Front National (FN) stoppen.

Noch in diesem Jahr will er einem Bericht des “General-Anzeigers” zufolge einen Gesetzentwurf im Parlament einbringen, demzufolge Kinder von Ausländern, die auf französischem Boden zur Welt kamen, mit Erreichen der Volljährigkeit nicht mehr so leicht wie bisher die französische Staatsbürgerschaft erhalten sollen. Bislang müssen sie lediglich nachweisen, daß sie seit ihrem elften Geburtstag mindestens fünf Jahre hier gelebt haben. “Ist es normal, daß ein in Frankreich geborenes Kind von Eltern, die illegal eingewandert sind, automatisch Franzose werden kann?”, fragte Copé in Interview. Seine Antwort laute “nein”.

Die regierende Parti Socialiste von Präsident François Hollande kritisierte den Vorstoß und warf der UMP vor, sich zu radikalisieren und sich dem FN immer mehr anzunähern. Auch in der eigenen Partei erntete Copé Widerspruch: Der ehemalige Justizminister Jacques Toubon erklärte, um Wähler zu gewinnen, müsse eine Partei wiedererkennbar sein. Die einzige wiedererkennbare Partei derzeit sei aber derzeit der FN. “Wir können nicht dieselbe Identität suchen”, sagte Toubon. FN-Parteichefin Marine Le Pen nannte die Äußerungen ein “wahltaktisches Manöver”: Was der UMP-Chef nun vorschlage, “hätte er machen können, als seine Partei noch an der Macht war.”

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