Lobby-Verein fordert: Diskriminierende „Zigeunersoße“ umbenennen

15. August 2013

Romani Rose (Foto: Wikimedia/Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, CC0 1.0)

Hannover. Das „Forum für Sinti und Roma“ in Hannover fordert die Hersteller von Zigeunersoßen, ihre Produkte künftig anders zu benennen.

„Ich hoffe, daß die Konzerne ein Einsehen haben und sagen, die Leute haben recht und nennen ihre Produkte anders“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Regardo Rose, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa. Er fühle sich diskriminiert und beschimpft, wenn von Zigeunern die Rede sei, so Rose weiter. Die Anwältin Kerstin Rauls-Ndiaye, die den Vorstoß begleitet, setzte die Produzenten unter Druck, indem sie sagte, sie denke nicht, „daß die Hersteller sich des Vorwurfs aussetzen wollen, rassistisch oder diskriminierend zu sein“.

Der Verband der Hersteller kulinarischer Lebensmittel in Bonn erklärte, daß man nach einem ähnlichen Protest vor einem halben Jahr die Dachorganisation der Zigenuer, den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sowie weitere Organisationen um eine Einschätzung gebeten, aber keine Antwort erhalten habe. Der Lebensmittelkonzern Unilever verwies auf die lange Tradition des Begriffs und ließ wissen, er sehe keinen negativen Beiklang, da es häufiger Produkte gebe, die nach Gegenden oder Volksgruppen benannt seien. Sogar der Zentralrat Deutsccher Sinti und Roma erklärte, er halte nichts von einem dogmatischen Sprachgebrauch. Bei Begriffen wie Zigeunersauce oder Zigeunerschnitzel sei es unsinnig, den Begriff „Zigeuner“ durch die Eigenbezeichnung „Sinti und Roma“ zu ersetzen dadurch das eigentliche Anliegen der Sinti und Roma ins Lächerliche zu ziehen.

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