NSU: Anwälte weisen angebliche Mittäterschaft Zschäpes zurück

9. Januar 2013

Explodierter angeblicher Unterschlupf des NSU in Zwickau (Foto: Wikimedia/André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5)

Hamburg. Die Verteidiger der mutmaßlichen Terroristin des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU), Beate Zschäpe, weisen eine Mittäterschaft ihrer Mandantin bei den der zur Gruppe zu Last gelegten Morden, Bombenanschlägen und Überfällen zurück.

Das geht aus der Antwort der Anwälte auf die Anklageschrift des Generalbundesanwalts hervor, die dem NDR vorliegt. Auf 22 Seiten fordert die Verteidigung darin eine „Nachbesserung“ der Anklage, die sie als mangelhaft empfindet. Die Generalbundesanwaltsschaft hätte die fast 500-seitige Anklageschrift nicht objektiv verfaßt, so die Juristen. Sie schreiben, daß es keinen konkreten Ermittlungsbeleg gebe, der einen „wesentlichen Tatbeitrag“ von Zschäpe an den Morden und Anschlägen beweist. Auch ohne Zschäpes Hilfe bei der Tarnung des Trios auf Reisen und in der Zwickauer Nachbarschaft hätten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Taten erfolgreich begehen können, argumentieren Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm. Außerdem fordern die Verteidiger, den Vorwurf der besonders schweren Brandstiftung in schwere Brandstiftung abzumildern.

Spätestens Mitte April 2013 soll der NSU-Prozess in München gegen Beate Zschäpe und vier weitere Beschuldigte vor dem dortigen Oberlandesgericht beginnen. Der Generalbundesanwalt wirft der 38-jährigen Hauptbeschuldigten eine Mittäterschaft bei zehn Morden, 15 Raubüberfällen sowie die Bildung einer terroristischen Vereinigung und schwere Brandstiftung mit Mordversuch vor.

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